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Titel: "Innenlärm"

Künstler: Helmut Neumaier / Zeitgenössischer Expressionismus

Technik: Öl auf Leinwand / 50 x 60 cm / 2026

Beschreibung: Ein nahezu entmaterialisiertes Antlitz tritt aus einem diffusen, grau-blauen Bildraum hervor. Die Augen sind geschlossen, das Gesicht wirkt maskenhaft reduziert, während übereinander geschichtete Hände den Mund bedecken – eine Geste zwischen Selbstschutz und Selbstunterdrückung. Die Körperlichkeit scheint zu zerfallen: Konturen lösen sich auf, Farbschichten wirken abgekratzt, verschmiert, wieder überschrieben. Die malerische Oberfläche schwingt zwischen Verdichtung und Auslöschung. Dunkle, erdige Töne treffen auf kühle, fast klinische Blauakzente, die wie Störungen oder emotionale Elemente erscheinen. Der Bildraum bleibt unbestimmt – weder Innen noch Außen –, wodurch das Motiv in einen psychischen Zwischenzustand verlagert wird. Das Werk verhandelt zentrale Spannungsfelder: Sprache und Schweigen, Präsenz und Auflösung, Kontrolle und Überforderung. Die Hände verstärken den Eindruck innerer Fragmentierung und verweisen auf ein Ich, das sich selbst reguliert, begrenzt oder zum Verstummen bringt.

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